Sprechen Sie gegen die Wand … Körpersprache im Konflikt

IMG_3444-Bearbeitet

Wir müssen alle hin und wieder anderen Menschen „schlechte Nachrichten“ überbringen. Sei es, dass der Urlaubsantrag nicht genehmigt werden kann, einem Kunden, dass eine Frist nicht eingehalten werden kann oder unserem Kind, erklären wollen, dass es nicht noch ein Eis gibt, nachdem man schon im Schwimmbad war und eine Pommes gegessen hat.
Doch wie können wir dies elegant tun, so dass unsere Beziehung entspannt bleibt?
Es gibt eine einfache Möglichkeit, wie Sie Ihre Körpersprache einsetzen können, wenn Sie „schlechte Nachrichten“ übermitteln müssen. Sie wissen ich bin ein Fan von Augenkontakt  ABER, wenn Sie Kritik äußern oder Ihrem Kind eine Standpauke halten, dann schauen Sie in dem Moment auf einen dritten Punkt. Im Berufsleben kann dies das Flipchart sein oder ein Blatt Papier, das auf dem Tisch liegt.

 

In dem Moment, indem Sie ihrem Gegenüber die „schlechte Nachricht“ überbringen, vermeiden Sie Augenkontakt. Hingegen, wenn Sie von der Lösung sprechen – schauen Sie dann Ihr gegenüber wieder tief in die Augen.

 

Ein Beispiel: Ich arbeitete mit einem Team von Physiotherapeuten zusammen, die in ganz Deutschland verstreut waren. Sie mussten mir regelmäßig E-Mails zum Verlauf des Projektes schreiben. Doch natürlich hatten sie besseres zu tun, als mir E-Mails zu schreiben – sie kümmerten sich lieber um ihre Patienten, das konnte ich sehr gut verstehen, half mir nur nicht weiter.
Ich räumte ein Treffen ein, andem ich das Thema ansprechen wollte. Im Treffen habe ich dann folgendes gemacht – ich habe auf das Flipchart geschaut und gesagt: „Ich brauche regelmäßig E-Mails von Euch, das funktioniert noch nicht gut genug.“. Dann habe ich sie wieder angeschaut und gesagt: „Wie können wir das lösen?“. Das Problem war somit sinnbildblich auf dem Flipchart und die Lösung bei der Gruppe.

Tatsächlich haben wir eine Lösung gefunden – nämlich, den Computer an einen zentraleren Ort zu positionieren, so dass es leichter war, in die E-Mail zu schauen und zu antworten. Aber durch diese Form der Kommunikation war die Gruppe offen für die Lösung. Denn wir konnten neutraler über das „Problem“ sprechen, da es sinnbildlich weit von ihnen weg war und wir es neutraler betrachten konnten.

In diesem Sinne – schauen Sie höfter Mal an die Wand! 🙂

Wenn Sie mehr zum Thema Körpersprache erfahren möchten, dann wäre dieser Workshop genau das richtge für Sie: NLP-Sommerakademie
1,5 Tage Körpersprache Intensivtraining
Sommer 2019 (Termine werden noch bekannt gegeben)

 

Die berühmte Armeslänge

20141106_kuenzl_3210-klein
Herbstzeit ist auch Messezeit und das heißt viele, viele Gespräche an runden Stehtischen.
Nun gibt es ja Menschen, die nicht unbedingt den allerschönsten Duft verströhmen und wir als Gesprächspartner das Gefühl haben, dass unser Gegenüber schon ein bisschen weiter weg stehen könnte.

Der Tanz um den Tisch

Doch jedes Mal, wenn wir einen Schritt zur Seite treten, folgt uns die Person. Das Gespräch endet in einem Tanz um den Tisch und wir sind unserem Ziel – Abstand zu gewinnen – nicht wirklich näher gekommen.

Ein Bein stellen

Es gibt einen leichten körpersprachlichen Trick, wie Sie es schaffen Ihr Gegenüber auf Abstand zu halten. Stellen Sie einfach Ihr Bein, das zu Ihrem Gesprächspartner gerichtet ist, leicht nach außen und gestikulieren Sie ebenfalls mit der zu ihrem Gegenüber gerichteten Hand –  so schaffen Sie eine entspannte körpersprachliche Barriere.
Dies ist der erste körpersprachliche Schritt – er kann Wunder wirken, denn nicht jeder Mensch hat das gleiche Nähe und Distanzerleben. Durch das ausgestellte Bein signalisieren Sie unterbewusst Ihre Grenze – manchmal ist sie eine Armeslänge oder eben eine Beineslänge.

Was ein Zahnarztbesuch mit charismatischem Auftreten zu tun hat…

Fuerteventura facebook (3)

Letzte Woche hatte ich einen wichtigen Termin: die sanfte Entfernung meiner Weisheitszähne.

Es ist 13.15 Uhr und ich betrete die Praxis. Um 13.30 soll es soweit sein. Ich gehe kurz auf die Toilette und als ich ins Wartezimmer zurückkehre, werde ich schon von der Assistentin abgeholt. Zack – auf einmal geht alles ganz schnell. Ich sitze auf dem Stuhl und das Lätzchen ist schon umgelegt. Meine Nervosität steigt und in meinem Bauch kribbelt es.
Da betritt mein Arzt den Raum. Er erscheint an der Tür, bleibt erst einmal stehen, lächelt mich an – begrüßt meine Begleitung und dann reicht er mir die Hand. Und auf einmal ist meine Aufregung verschwunden – ich weiß, hier bin ich gut aufgehoben. Er betritt den Raum und ich habe das Gefühl, ER ist nur für mich da – alles andere spielt gerade keine Rolle.

Das ist Charisma!

Manche Menschen glauben, dass Charisma eine Gottesgabe sei oder angeboren. Charismatisches Auftreten kann man lernen, denn es hat viel mit Ihrer Körpersprache zu tun. Wenn mein Zahnchirurg den Raum betritt, steht er verwurzelt mit beiden Beinen im Eingang. Sein Körper strahlt Ruhe aus. Sein Blick ist bewusst erst auf mich und dann auf meine Begleitung gerichtet. Er ist ganz im Moment!

Wir sind was wir trainieren

Im Alltag ist es nicht leicht im Hier und Jetzt zu sein, denn wir sind häufig durch viele Dinge abgelenkt.
Seit gut einem halben Jahr meditiere ich jeden Tag 10 Min und es hilft mir im Alltag ruhiger und fokussierter zu sein. Wie das für mich funktioniert? Ich brauche die Bestätigung von außen. Jemand, der sagt: „Gut gemacht, liebe Melanie!“
Wie motivieren Sie sich? Was brauchen Sie, damit Sie die Dinge durchhalten, die Sie sich vornehmen? Ich treffe mich einmal die Woche morgens um 7 in einer Skypekonferenz, wir tauschen uns zu beruflichen Themen aus und nehmen uns verschiedene Aufgaben vor.
Warum ist das wichtig?

Routinen zu entwickeln, die Sie stärken und Ihr Leben besser machen

Ich weiß nicht welche Routine mein Zahnchirurg hat, damit er so entspannt und frisch in meinem Behandlungszimmer auftauchen kann. Aber wenn wir uns Menschen anschauen, die in ihrem Bereich besonders erfolgreich sind, dann ist es spannend sich ihren Alltag anzusehen. Meine Freundin, sie ist auch Zahnchirurgin, achtet z.B. sehr darauf, dass sie nie zwei Dinge gleichzeitig tut. Sie werden Sie z.B. nie telefonierend im Auto antreffen. Wenn ich Seminar habe, dann habe ich auch eine ganz besondere Morgenroutine, die mich auf den Tag einstimmt.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie eine gute Routine für sich entwickeln, damit Sie mit guter Kraft charismatisch auftreten können.
Meine OP ist übrigens gut verlaufen.
Ihre Melanie Künzl
Nächste Workshops zum Thema charismatisches Auftreten und Körpersprache bewusst einsetzen gibt es hier:
„Wirkungsvoll kommunizieren“ – (M)Ein gelungener Auftritt
24.+25.11.2017 // Kreissparkasse Köln Management Forum

Wie ich meine Art zu unterrichten komplett veränderte und was das mit Körpersprache zu tun hat

_MG_1934
 Meine ersten Seminare zum Thema Körpersprache eröffnete ich so:

Bitte stellen Sie sich folgende Szenerie vor… Einen richtig schön hergerichteter Raum… Der Boden aus Holzdielen, jede einzelne Ritze erzählt eine Geschichte. Große Fenster, die einen direkt auf den Rhein blicken lassen. Öffnet man diese, hört man manchmal sogar Möwen schreien. Die Tochter einer Freundin sagte einmal, als wir am Rhein spazieren waren: „Ja, wir sind am Meer“. Die Stühle der Teilnehmenden stehen ordentlich im Halbkreis. Auf jedem Stuhl liegt ein Klemmbrett mit einem Stift und einem Goldtaler. Alles ganz akkurat – ich finde das wichtig. Die Flipcharts sind fein säuberlich vorbereitet. Alles perfekt. Ich spiele beschwingte Musik, als die Teilnehmenden langsam eintrudelten.

JETZT ist es soweit, das Seminar soll beginnen. Ich stehe an der Seite „der Bühne“ und als alle verstummen, trete ich mit aufrechtem Gang und stolzer Brust zielstrebig vor die Gruppe und verkünde fast wie eine Priesterin das Seminar für eröffnet. Ich sagte ein zwei Sätze zum Ablauf und stelle mich vor. Als ich den Teilnehmenden Fragen stelle, blicke ich in verstummte Gesichter, niemand antwortete auf meine Fragen. Alle wirken wie erstarrt. Diese Minuten der Stille setzten mich ziemlich unter Druck und ich versuche noch intensiver, noch aufrechter zu stehen, noch deutlicher zu sprechen und mich zu noch besser körpersprachlich zu geben. Was ich dabei aber verloren habe, ist meine Natürlichkeit und den Kontakt zur Gruppe.

Heute beginne ich meine Seminare so: der Raum ist immer noch schön hergerichtet, die Klemmbretter mit Goldtalern liegen immer noch akkurat auf den Stühlen der Teilnehmenden, ich spiele immer noch beschwingte Musik ABER ich sitze jetzt mit übereinandergeschlagenen Beinen, lockeren Schultern auf einem Stuhl vor meinen Teilnehmenden und erzähle Ihnen eine Gesichte, was mir gerade auf dem Weg zum Seminar passiert ist oder welche spannende Begegnung ich hatte. Wenn ich jetzt Fragen stelle bekomme ich auf einmal Antworten und das Schöne dabei ist, ich fühle mich auch viel entspannter und bekommen häufig als Feedback, dass Klienten meine Authentizität und Natürlichkeit schätzen.

Bis hier hin war es ein weiter Weg, denn mir war und ist eine aufrechte Körperhaltung wichtig und es ist auch mein Anspruch meinen Teilnehmenden diese Botschaft mitzugeben. Mit einer aufrechten Haltung fühlt man sich einfach aktiver, sie wirkt selbstsicherer und vieles mehr… Und manchmal kann sie auch Menschen erschrecken.
Manchmal ist eine innere Größe und Entspanntheit genauso wichtig oder vielleicht noch wichtiger und dann braucht es keine großen Gesten im Außen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Freude beim inneren Wachsen und Groß werden.

Fit im Office

DSC_3024

Hamburg, 7 Uhr Morgens, eine kleine Gruppe von Sportbegeisterten trifft sich zum Frühsport, um fit in den Tag zu starten und ich darf die Sportlerinnen anfeuern – juhu!

Heute ist der 2. Tag des Assistenntinnenkongresses von Euroforum und bei mir dreht sich heute alles um das Thema: Bewegung.

Mein Workshop an diesem Tag: Fit im Office. Also die Frage, wie können wir Bewegung in unseren Arbeitsalltag integrieren?

Warum ist das so wichtig?

Laut dem DKV-Report „Wie gesund lebt Deutschland?“ von 2016 sitzen wir Deutschen mehr als 7 Stunden am Tag. Das ist viel zu viel! Denn unser Körper ist für Bewegung ausgerichtet.

Wer länger sitzt ist früher tot

Für eine Studie des „American Journal of Epidemiology“ wurden 14 Jahre lang 120.000 erwachsene Amerikaner untersucht und es wurde festgestellt, dass das Sterberisiko bei Männer um 20% stieg, wenn Sie 6 Stunden und länger saßen. Bei Frauen stieg das Sterberisiko sogar um 40%.

Puh, krasse Zahlen!

Was Sie dagegen tun können, zeige ich Ihnen gerne in meinen Vorträgen zum Thema: Fit im Office